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Kirchenjahr

Durch das Jahr

Das Kirchenjahr beginnt am ersten Adventssonntag und Endet eine Woche davor im November am Ewigkeitssonntag.

Grafik Kirchenjahrzoom
Brennende Kerze
 

Advent

Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Ankunft. Die Kirche erinnert sich der Ankunft Christi "in Knechtsgestalt" als er Mensch wurde. Und sie hält ihre Hoffnung wach, dass Christus wiederkommen wird "in Herrlichkeit", um sein Werk zu vollenden. Erinnerung und Hoffnung kommen in den Bibeltexten und Kirchenliedern der Adventszeit zum Ausdruck.
Zum Beispiel im Hymnus des Philipperbriefs:
"Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäusserte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller deren Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters." Philipper 2, 6-11.
Oder in dem Lied "Nun jauchzet all ihr Frommen":
"Nun jauchzet all ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Herr ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. -
Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt. Im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und seine Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. -
Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, der euer Klag und Weinen verwandeln wird in Freud. Er ist's, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und seid stets sein' gewärtig: Er ist schon auf der Bahn."
Evangelisch-reformiertes Gesangbuch, Nr. 365, 1.3.6
Die Adventszeit erstreckt sich auf die vier Wochen vor Weihnachten und beginnt mit dem ersten Adventssonntag. In vielen Kirchen und Haushalten wird dann die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet. Das mit jedem Sonntag zunehmende Licht soll auf das Licht verweisen, das der ganzen Welt an Weihnachten geschenkt wurde.
Ursprünglich war der Advent eine stille Zeit, gedacht als Vorbereitung auf Weihnachten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er immer stärker kommerziell vereinnahmt. Adventskranz, Kerzen, Weihnachtsmann und Weihnachtslieder werden eingesetzt, um den Verkauf zu stimulieren. Am Sonntag bleiben die Geschäfte für den Weihnachtsverkauf offen. Aus der mit religiösen Symbolen durchdrungenen stillen Zeit sind hektische, grelle Geschäftstage geworden. Ich hoffe, es gelingt ihnen nicht, die Sehnsucht nach Stille, nach dem Licht auszulöschen.

Weihnachten

Ein Kind ist uns geboren und alle Welt feiert.
Nicht ein Stall, kein Stern und kein Engel, weder Ochs noch Esel, sondern zwei Hände sollen uns vergegenwärtigen, was Weihnachten auch sein kann:
Zwei Hände, die sich einander zuneigen. Der Daumen der rechten Hand berührt den kleinen Finger der linken Hand und zwar so, dass sich die Innenhandflächen gegenüberstehen.
Sie haben es bemerkt: Wie Sie nun Ihre eigenen Hände auch drehen und wenden, es gelingt nicht. Nur mit der Hand eines andern Menschen können wir dies nachstellen. Was Sie auf dem Bild also erkennen, ist eine Skulptur von Händen zweier Menschen. August Rodin hat diese Hände aus Stein gehauen.
Ganz zart wirken die Hände und die Berührung. Da hält eine Hand die andere nicht krampfhaft fest und doch sieht es so aus, dass die eine birgt und die andere stützt. An einer Stelle nur berühren sich die Hände leicht. Die Skulptur vermittelt den Eindruck, als sei ein Augenblick einer einfühlsamen Begegnung festgehalten. Da ist kein Zwang und keine Gewalt.
Wie gewalttätig können Hände manchmal sein, was können Hände manchmal für Schmerzen zufügen. Aber wie zärtlich können Hände eben auch manchmal sein, wenn sie streicheln und behutsam berühren, wie viel Nähe und menschliche Wärme können sie ausdrücken.
Auguste Rodin hat sein Kunstwerk "La Cathédrale" genannt, ich vermute vor allem wegen der äusseren Form. Schön finde ich es, eine so zarte Berührung mit einer Kathedrale in Verbindung zu bringen. Mit einer Kirche, in der Raum ist für Begegnung unter uns Menschen und mit Gott; einer Kirche, die Raum und Möglichkeiten bietet für Beziehungen zu einander und zu Gott, einer Kirche, wo Menschen nach Sinn, Geborgenheit und Glück streben und Gott kommt uns entgegen.
Der Prophet Zephanja sagt es zu seinem Volk Israel so: "Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott ist in deiner Mitte, ein Held, der Sieg schafft. Er jubelt über dich in Freude, erneuert dich in seiner Liebe." Zeph 3,16b-17a
Es könnte nun sein, dass die Vorstellung, Gott komme in seiner Liebe auf mich zu, einengend wirkt. Jedes Kind will irgendwann einmal nicht mehr vom Vater in den Arm genommen werden. Gott, wie ich ihn erfahre, erdrückt nicht, er kommt nicht in Übermacht, er überrollt nicht. Er haut nicht mit der Faust auf den Tisch, er streckt vielmehr seine offene Hand entgegen und begegnet liebevoll.
Der Prophet Jesaja kündigt Jahrhunderte vor Christi Geburt das Auftreten des Gottesknechtes an: "Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Strasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus. So spricht Gott, der Herr: Ich, der Herr habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fass dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien." (Jes 42,2-3.5a.6-7)
Im Kind von Bethlehem streckt sich Gott in seiner ganzen Liebe aus nach denen, die geknickt sind -
nach denen, deren Leben nicht glatt läuft -
nach denen, in deren Leben etwas zerbrochen ist -
nach denen, die sich gerne wieder aufrichten wollen -
nach denen, deren Herz ohne Liebe kalt geworden ist -
nach denen, die sich selbst nicht mehr anschauen können
nach denen, die blind für andere geworden sind-
nach denen, die in ihrer Ich-Sucht gefangen sind.
Und noch eine andere Begegnung, meine ich, drückt die Skulptur aus, was eben auch Kirche ist: Die Begegnung von Menschen untereinander.
Stellen Sie sich vor, diese beiden Hände sind Symbol für alle unsere Begegnungen und Beziehungen und ein Ausdruck, wie wir miteinander umgehen.
Begegnungen, die stützen und bergen, die nach Anlehnung suchen und sie gewähren, mögen Sie in der Weihnachtszeit erleben. Solche segensreiche Begegnungen wünsche ich Ihnen von Herzen.

Zum Fest Epiphanie/ Drei Könige

Da sehen drei Leute nachts in den Himmel und entdecken einen neuen Stern, einen Stern, der einen Schweif nach sich zieht.
Die drei Leute sind sicher nicht die einzigen, die den Stern beobachten aber sie sind die einzigen, die jetzt aktiv werden. Sie sind überzeugt, dass das, was sich im Grossen abspielt, im Lauf der Sterne, Bedeutung hat im Kleinen, in ihrem eigenen Leben Die drei Leute machen sich auf den Weg, nicht wie die, die in die Ferien fahren, nicht wie die, die Abwechslung suchen, nicht wie die, die fremde Länder erobern, nicht wie die, die auf Einkaufstour gehen. Die drei machen sich auf den Weg, um etwas zu suchen.Die drei Leute machen sich auf den Weg, um einen neuen König zu suchen und mit dem König eine neue Zeit, eine Zeit des Friedens, der Gerechtigkeit, der Blüte.
Die drei Leute suchen zunächst an falschen Ort. Nicht in Jerusalem wohnt der König, nicht am Hof des Herodes, nicht am Hof eines machhungrigen Despoten.
Also ziehen sie weiter und finden den neuen König, nicht in einem Palast, sondern in einer Höhle zwischen Tieren in einem Stall.
Hier in dieser Gegend wurde schon einmal ein König entdeckt vor vielen Jahrhunderten. Auch ihn rief man von der Herde weg an den Königshof. David hiess er.
Die drei Leute finden aber keinen starken Jüngling der Löwen und Bären tötet, sonden ein Kind in Windeln, umsogt von seiner Mutter.
Und schon wieder müssen sie umdenken. Und nachdem sie sich gefasst haben bringen sie ihre Geschenke:
Gold: Es soll Dir an Nichts fehlen, was diese Erde bieten kann.
Weihrauch: Wohlgeruch, Freude und Glück soll jede Faser deines Lebens durchdringen, so wie der wohlduftende Rauch, der durch alle Ritzen dringt.
Und Myrrhe bringen sie: Ein Mittel gegen Krankheit und Schmerz.
Und dann ziehen die drei Leute wieder heim, auf einem andere Weg. Herodes wollen sie nicht mehr begegnen. Sie wollen jetzt neue Wege gehen, sie können nicht mehr mit den alten Herrschern der Welt an einem Tisch sitzen. Sie müssen jetzt ihre eigenen Wege gehen. Sie sind jetzt Bürger eines neuen Reiches. Aber nicht die Welt ist verändert worden. Sondern sie selber sind andere Menschen geworden. In ihren Herzen lebt das kleine Kind weiter. Und hat sie verändert .
Und die drei Leute kehren zurück. Aber nicht mehr in die alten Verhältnisse. Sie haben uns gezeigt, dass die Wege manchmal weit sein können, die zu uns selbst, zu unserer eigenen Mitte führen.
Die drei Leute, von denen manche sagen, es seien Könige gewesen, laden uns ein uns auch auf den Weg zu machen, dem Stern zu folgen und die Mitte der Welt zu finden.

Aschermittwoch

Seit dem Mittelalter wurde in der römischen Kirche auf die Stirne der BüsserInnen mit Asche ein Kreuz gemalt. Asche ist ein Symbol für die Vergänglichkeit. Sie soll angesichts unserer Sterblichkeit zur Umkehr zu Gott mahnen.
Am Aschermittwoch beginnt die Passionszeit.
Die Sonntage in der Passionszeit tragen folgende Namen:
Invocavit
Reminiszere
Okuli
Lätare
Judika
Palmarum (Palmsonntag

Passionszeit

Die Passions- oder Fastenzeit beginnt 6 ½ Wochen vor Ostern am Aschermittwoch. Sie ist der Trauer über Jesu Leiden und Sterben gewidmet. Fasten ist eine schon in den hebräischen heiligen Schriften empfohlene Übung der Enthaltsamkeit bezüglich leiblicher Bedürfnisse und Vergnügen. Fasten dient der Sammlung geistlicher Kräfte und ist ein Zeichen der Umkehr zu Gott.

Die Passionszeit umfasst 46 Tage, wobei an den 6 Sonntagen nicht Jesu Leiden, sondern österliche Themen aufgenommen werden, wie etwa seine Überlegenheit gegenüber lebensfeindlichen Mächten.

Palmsonntag

Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in die Stadt und in den Tempel Jerusalems. Laut dem Johannesevangelium säumten Leute seinen Weg und jubelten ihm mit Palmzweigen, einem königlichen Symbol, zu (Johannesevangelium 12,12-18)

Gründonnerstag

Möglicherweise kommt der Name daher, dass die Büsser der Fastenzeit an Gründonnerstag wieder als "grüne Zweige" am Baum der Kirche aufgenommen wurden (vereinzelte Hinweise ab dem 14. Jahrhundert). Oder er wird auch als Tag der "greinenden", d.h. weinenden Büsser bezeichnet.

Karfreitag

Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu. Die Silbe ‚kar' geht zurück auf das althochdeutsche Wort ‚kara', "Kummer, Sorge" und auf eine indogermanische Wurzel "gara", die im Germanischen die Bedeutung von ‚klagen' oder ‚sorgen, bedenken' annimmt.

Karsamstag

Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu. Am Samstagabend beginnt mit der Osternacht in vielen Gemeinden die Auferstehungsfeier.

Ostern

"Was, Oschtere? "Mit diesem Ausdruck des Erstaunens haben neulich ein paar Jugendliche reagiert, als ich behauptete, Ostern sei eigentlich das bedeutsamste der christlichen Feste. "Weihnachten ist doch viel wichtiger, da geht man schliesslich
,z' Predig' und überhaupt ist alles dann so besinnlich", meinten sie und fügten scharfsinnig an, dass es ohne Geburt Jesu auch keine Ostern hätte geben können. Ja, mit dem Kirchenjahr und seinen Festen ist es halt so eine Sache. Krippe, Säugling und Hirten, das kann man sich irgendwie vorstellen. Aber ein leeres Grab? Und die seltsame Nachricht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist? Wie soll man das verstehen? Viel ist darüber im Laufe der Zeit geschrieben und gesagt worden. Ablehnendes und Zustimmendes, Banales und hoch Komplexes. An Argumenten pro und contra Auferstehung mangelt es nicht. Was fehlt, sind Beweise, die man vorzeigen oder gar betasten kann. Neutestamentliche Stimmen wissen um das Unfassbare der Osternachricht. Sie lassen die Leserin, den Hörer spüren: Das Geschehen vom Ostermorgen - der weggerollte Stein, das leere Grab - hat etwas Verrücktes an sich. Was geschah, ist nicht so, wie es nach menschlicher Erfahrung sein müsste. Genau in diesem Überraschenden, Unerwarteten, liegt für mich die grosse Kraft von Ostern. Hier erweist sich Jesus immer wieder als der Lebendige, ins Leben Auferstandene. Hier verbindet sich sein Leben mit unserem Leben. Von da her werden unsere Grenzen und die Begrenzungen anderer in Frage gestellt. Die Antwort könnte dann in den neuen Möglichkeiten liegen, die ein österlich befreites Denken und Handeln in und für uns eröffnet.

Dass aus dem Kreuz des Todes paradoxerweise ein Zeichen des Lebens wird, das lässt sich zwar denken, man kann es sogar zu zeichnen versuchen, aber nachvollziehen und begreifen kann man es wohl nur, indem man es lebt. Dann wird Ostern tatsächlich zum bedeutsamsten christlichen Fest. Ich wünsche Ihnen frohe Ostern und österliche Erfahrungen durchs Jahr hindurch.

Himmelfahrt / Auffahrt

Die Bibel erzählt in den vier Evangelien die Geschichte, in der Jesus vor den Augen seiner Freunde von einer Wolke aufgenommen und ihren Blicken entzogen wird - in den Himmel. Seit dem 4. Jahrhundert feiern Christen 40 Tage nach Ostern Christi Himmelfahrt. Dabei geht es nicht um eine phantastische Reise. Genau wie die Geschichten von der Auferstehung
Jesu sagt die Geschichte von seiner Himmelfahrt: Jesus ist nicht im Tod geblieben, er ist bei Gott.
Ursprünglich gab es kein eigenes Himmelsfahrtsfest. Die ersten Christen haben die 50 Tage nach Ostern als eine einzige Festzeit gefeiert. Für viele Menschen ist Christi Himmelfahrt ein wenig greifbares Fest. So sind im Mittelalter viele Bräuche entstanden, die das Geschehen vorstellbarer machen sollten: Im Spätmittelalter zum Beispiel schwangen zwei Priester im Gottesdienst ein Weihrauchfass und erzeugten eine sichtbare Wolke, die zum Himmel, zumindest aber zur Kirchendecke zog.
Bis zum 19. Jahrhundert war es in vielen Kirchen Brauch, am Himmelfahrtstag eine Christusfigur am Ende des Gottesdienstes zu einer Öffnung in der Kirchendecke zu ziehen: Christus schwebt gen Himmel. An manchen Orten wurde anschliessend ein Teufel hinabgeworfen, der von den Gottesdienstbesuchern getreten und zerrissen wurde - Zeichen dafür, dass der Teufel nun endgültig überwunden ist.

Bei uns ist es üblich, dass an diesem Tag, einem Donnerstag ein Gottesdienst gefeiert wird. Darin soll deutlich werden, dass wir eingeladen sind, uns der Atmosphäre des menschenfreundlichen Gottes anzuvertrauen. Die Atmosphären, die uns Gott bereitstellt, sind unausdenklich vielfältig und raumöffnend - kurz: "Die Fülle dessen, der alles mit allem erfüllt" Epheser 1,23

Pfingsten

"Pfingsten" kommt vom griechischen Wort "Pentecoste", der fünfzigste (Tag). Nach dem Bericht in der Apostelgeschichte ereignete sich Besonderes an Pfingsten, fünfzig Tage nach Ostern: Es rauschte mächtig wie bei einem Sturm. Es brannte, wie wenn jemand Feuer angezündet hätte. Und doch wurde niemand verbrannt. Der Sturm, das Feuer, das war der Geist Gottes, der die Freunde und Freundinnen von Jesus erfasste, sie begeisterte und ihnen ungeahnte Kräfte verlieh. Damals.

Wir feiern Pfingsten noch immer. Mit wieviel Be-Geist-erung?

Gott,
es gibt Tage,
da erscheint mir das Leben
trostlos und grau.
Ich komme kaum vorwärts
auf meinem Weg.

Wühle mit deinem Geist
in meinem Herzen!
Löse meine Erstarrung!
Male in mir
mit deinen Farben!

So verändert,
sehe ich das Leben
anders als bisher,
höre ich anders zu,
packe ich anders an,
begeistert!

Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag

War der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag zur Zeit seiner Einführung noch durch die Obrigkeit angeordnet, so hat sich sein Verständnis in den letzten Jahrzehnten doch ständig ein wenig gewandelt, und die reformierten Christen nehmen ihn heute überwiegend eher als Anlass zu Einkehr und Besinnung.


Was von der Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger nicht erwartet werden darf, kann sehr wohl vom Einzelnen erbracht werden: Nämlich, sich der Frage nach seiner Dankbarkeit gegenüber Gott, seiner Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit und nach der Bedeutung des Gebets für sich zu stellen.

Betrachten wir als Einzelne unsere Lebensumstände, so sind sie zwar in vieler Hinsicht unterschiedlich und wir von Stimmungsumschwüngen nicht immer ungetrübt. Unter dem Strich aber könnten die meisten von uns wenn, dann nur auf vergleichsweise hohem Niveau, jammern. Schauen wir uns weltweit um und vergleichen wir mit früheren Generationen in unserm Land, so haben wir allen Grund zur Dankbarkeit gegenüber über Gott: Dankbarkeit, die nach tätigem Ausdruck sucht und die ihn, wenn es ihr ernst ist, auch findet.

Der Aspekt der Busse spielt dagegen eine untergeordnete Rolle, geht er doch von einem von uns nicht erfüllten Anspruch Gottes an uns aus. Dass geglaubte und angenommene Vergebung in büssendes Verhalten münde, ist für die meisten Christen heute fern ihrer Alltagsrealität. Und trotzdem wird damit umschrieben, dass unsere Einsicht in Gott und Mitmenschen gegenüber unakzeptables Verhalten nach Korrektur unseres Verhaltens ruft: Korrektur, die entstandenen Schaden mildert und für die Zukunft Besserung erkennen lässt. Busse zu tun ist nicht zerknirschte Rückwärtsgewandtheit, sondern ein mutiger Schritt in eine besser gestaltete Zukunft.

Und das dritte Element, auf das wir den Eidgenössischen....Bettag reduzieren? Scheinbar das Einfachste, weil wir im Gebet mit unseren Wünschen und Ängsten zu Wort kommen können. Dass wir Christen oft erst durch die Not zum Beten finden, war mit ein Grund für die Einführung dieses Feiertages. Dass wir es aber in vielen Fällen überhaupt erst dazu haben kommen lassen, zeigt uns, dass unser Gebetsverständnis ergänzungsbedürftig ist. Beten ist nach biblischem Verständnis kein naives Rufen nur in der Not, sondern Ausdruck eines weite Phasen unseres Lebens umfassenden Dialogs mit Gott. Es ist unsere Antwort auf Gottes uns angebotenes nahes und vertrauensvolles Verhältnis. Es ist unsere Antwort auf sein vorgängiges Vertrauen in uns!

Damit sind wir als ganze Person mit allen Glanz- und Schattenseiten gefragt, eingebunden und von ihm bejaht. Und: Wenn es uns gelingt, dies zu sehen, sind wir auf dem Weg, unser Leben als Christen als erfüllt und getragen, im Ganzen als von Herzen verdankenswert zu erleben.

Reformationssonntag

Reformation
Einen Tag wie Allerheiligen hat die reformierte Kirche von Anfang an abgelehnt, da die Verehrung der Heiligen, wie sie zur Zeit der Reformation geübt wurde, nicht der Heiligen Schrift entsprach: sie wurden angebetet und um Fürbitte gebeten, es wurden ihnen Schutzaufgaben und Mittlerfunktionen zugesprochen, was in der Schrift weder verlangt noch bezeugt werde.
Die Aufklärung konnte aber auch mit einem solchen Tag nichts anfangen, und so wurde er immer weniger gefeiert. Es entstand an seiner Stelle ein Gedenktag für alle Verstorbenen. Dass ihnen, und va. der im Krieg Gefallenen, in irgendeiner Weise auch gottesdienstlich gedacht wurde, blieb bis heute ein tiefes Bedürfnis für die christliche Gemeinde.

Reformationstag Am 31. Oktober 1517, kurz vor Mittag, schritt Martin Luther, begleitet von einem Studenten, auf die Schlosskirche in Wittenberg zu und schlug dort ein Plakat mit 95 Sätzen in lateinischer Sprache an. Der Reformationstag, heute gefeiert an jedem ersten Sonntag im November, erinnert an diesen Anschlag der 95 Thesen. Unmittelbarer Anlass zur Abfassung der Thesen war der schändliche Ablasshandel des Domonikaners Johannes Tetzel. Er verkaufte den wegen ihrer Sünden verängstigten Menschen Ablassbriefe, welche die Dauer der Höllenqualen im Fegefeuer verkürzen sollten. Berühmt geworden ist sein Ausspruch: «Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt!» In seinen Thesen vertritt Luther dagegen die Auffassung, dass Vergebung allein durch Gottes Gnade, aufgrund des Kreuzestodes Jesu Christi, geschenkt wird. Der Ablass ist dazu nicht nötig, ja sogar gefährlich. Denn (1. These): «Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: «Tut Buße» usw. (Matth. 4,17), hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.» Damit hört Busse auf, ein vereinzelter Akt, resp. ein besonders frommes Werk zu sein und wird als Grundhaltung christlichen Lebens erkannt. Luther wollte ein Kirche der Busse, ermöglicht allein durch Gnade, eine Kirche des Wortes, gegründet im biblischen Wort und eine Kirche der Liebe. Sein Plakat enthielt die Aufforderung zu einer Disputation über die von Busse und Ablass handelnden Streitsätze. Das war an sich nichts besonderes, denn solche Disputationen fanden regelmässig statt. Zu dieser Disputation freilich meldete sich niemand. Aber aus der versäumten Gelegenheit wurde eine weltgeschichtliche Stunde. Luther verschickte seine Thesen an einige seiner Lehrer und Freunde. Von da an verbreiteten sie sich mit einer Schnelligkeit, «als ob Engel Botenläufer gewesen wären». In gewisser Weise hat damit die Reformation begonnen, durch die wir heute zu einer evangelisch reformierten Kirche gehören. Der Reformationssonntag hat sich im Berner Volk nie sehr tief verwurzeln können, vielleicht deshalb, weil er nicht Heldenverehrung oder Repetition von äusseren Ereignissen sein soll, auch nicht Behandlung von konfessionellen Kontroversfragen. Er will vielmehr zur Busse und Besinnung rufen, was nie besonders anziehend wirkt.

Ewigkeitssonntag

"Deine Toten werden leben!" Jesaia 26,19
Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist der Ewigkeitssonntag. Im Volksmund heißt er auch Totensonntag, weil viele an diesem Sonntag zum Friedhof gehen, um ihrer Verstorbenen in besonderer Weise zu gedenken. Oft werden dazu Kerzen angezündet und die Friedhöfe gleichen einem Lichtermeer.
In unseren Gottesdiensten gedenken wir der Gemeindeglieder, die im Laufe des zuendegehenden Kirchenjahres verstorben sind: ihre Namen werden verlesen. Unsere Gedanken gehen im Gottesdienst an diesem Tag aber nicht nur zurück, sondern vor allem auch nach vorn - in die Zukunft. Wir reden und singen von der Hoffnung der Auferstehung zum ewigen Leben. Darum heisst er Ewigkeitssonntag.
Geschichtliches: Allerheiligen, Halloween, Allerseelen
Gedächtnisfeiern für verstorbene Gemeindeglieder hat es von Anfang an in der Christenheit gegeben. In Kleinasien sind bereits im Jahr 170 Abendmahlsfeiern für Verstorbene bezeugt. Sie fanden am dritten Tag nach dem Begräbnis am Grab statt und traten an die Stelle der bis dahin üblichen heidnischen Totenopfer.
Seit der Zeit der Christenverfolgungen wurden Gedenktage für Christen, die als Märtyrer gestorben waren, gefeiert. Dieses Allerheiligenfest gewann seit dem 7. Jahrhundert in der Kirche immer mehr Raum. Einige Texte des heute üblichen Requiems findet man bereits in den Gottesdiensten dieser Zeit.
Allerheiligen wird seit dem 9. Jahrhundert bis heute in der katholischen Kirche am 1. November gefeiert. Dieses Datum wurde mitbeeinflusst vom Datum des keltischen Festes Halloween (aus "all Hallows Evening" = aller Heiligen Abend): am 31. Oktober verabschiedeten die Kelten den Sommer und am 1. November nahm der Winter seinen Anfang, gleichzeitig mit dem Beginn des neuen keltischen Kalenderjahres. Man gedachte an diesem Tag und in der Nacht aller Verstorbenen des vergangenen Jahres. Viele glaubten, dass die Toten in der Nacht in ihre alten Häuser zurückkehrten um Wärme und Freundschaft zu suchen. Die Geister, die kein Heim hatten, wandelten in der Nacht umher und erschreckten die Menschen und spielten ihnen Streiche.
Ein Gedenktag für alle verstorbenen Gläubigen, Allerseelen genannt, wurde dem Tag nach Allerheiligen, also dem 2. November, zugewiesen. Der grosse Abt Odilo von Cluny (994-1048) hat ihn eingeführt.

Gottesdienste

  • Gottesdienst, Pfarrerin Margrit Schwander. Musik: Yuval Rabin, Orgel 

    22.10.2017, 09:30 Uhr Kirche Schönau Pfarrerin Margrit Schwander

  • Gottesdienst

    22.10.2017, 09:30 Uhr Kirche Allmendingen Gottesdienst mit Pfrn. Ursula Straubhaar

  • Gottesdienst

    22.10.2017, 09:30 Uhr Kirche Johannes Gottesdienst mit Pfr. Beat Beutler

  • Gottesdienst

    22.10.2017, 09:30 Uhr Kirche Lerchenfeld Pfarrer Gottfried Hirzberger

  • Gottesdienst

    22.10.2017, 10:00 Uhr Kirche Goldiwil Pfr. Stefan Wenger, KUW 4. Klasse mit Frau Heidi Bucherer; Ursula Wijker, Orgel

Konzerte

  • Konzert, Alexandre Dubach, Violine und Babette Mondry, Orgel.

    20.10.2017, 18:30 Uhr Stadtkirche Thun Alexandre Dubach und Babette Mondry

  • Kammerchor Kaluga und Folklore-Ensemble Okoliza aus Russland 

    22.10.2017, 17:00 Uhr Stadtkirche Thun Verein Kaluga

  • Unisono Liederabend

    27.10.2017, 20:00 Uhr Jugend- und Quartiertreff Lerchenfeld Unisono Liederabend

Veranstaltungen

  • Domino, Gemeindenachmittag Kreis Schönau. "Diagnose Diabetes, was nun?".

    16.10.2017 Kirche Schönau Gemeindenachmittag, Thema Diabetes

  • Mittagstisch

    20.10.2017, 12:00 Uhr Kirche Lerchenfeld Mittagstisch

  • Handarbeiten

    24.10.2017, 14:00 Uhr Kirche Lerchenfeld Handarbeiten

Kirche